Freitag, 30. Januar 2009

Was man mit Löchern machen kann

Wenn man eigentlich eine Magisterarbeit schreiben sollte, hat man bekanntlich sehr viel Zeit übrig, die man sinnlos verschwenden muss, damit man sich mit eben dieser Arbeit so wenig wie möglich beschäftigen muss. Zumindest gilt das, solange man sich noch nicht angemeldet hat und die Uni nicht mit Exmatrikulation droht. Diese zur Verfügung stehende Zeit kann man beispielsweise nutzen, indem man aus einer Streichholzschachtel, einem Stück gebogenem Plastik, schwarzem Klebeband und einer Coladose, mithilfe einer Schere und einer Nähnadel eine Kamera baut.
Obwohl ich theoretisch wusste, dass man mit einer Lochkamera - oder Camera Obscura - Photos machen kann, wusste ich doch nicht, dass man sowas so einfach bauen kann und dass man damit einen ganz normalen Kleinbildnegativfilm belichten kann, den man in der Drogerie oder im Photoladen entwickeln lassen kann. Aber jetzt weiß ich's und möchte dieses Wissen hiermit teilen!
Die ersten Photos sind auch gar nicht so schlecht geworden, immerhin sieht man überhaupt was darauf, was ich angesichts der Tatsache, dass ich die Belichtungszeit frei nach Schnauze gewählt habe und auch keine sehr ruhige Hand hatte (bei 10 bis 150 Sekunden ist das nicht ganz zu vernachlässigen), schonmal als Erfolg verbuche. - Gut, die meisten Photos sind ziemlich unterbelichtet und verschwommen.
Die hier sichtbaren roten Flecken kamen daher, dass der Streicholzschachtelkarton nicht lichtdicht genug war


- nachdem ich ihn nochmal mit Tape überklebt hatte, war das behoben. Nur woher der senkrechte Lichtstreifen kommt und warum das Bild am rechten Rand stärker dunkler wird als am linken, habe ich noch nicht rausgefunden. Vielleicht war mein ungefähr 0,3mm großes Loch irgendwie asymmetrisch...

Kommentare:

Cabuflé hat gesagt…

Der dunkle rechte Rand lässt tatsächlich darauf schließen, dass dein Loch nicht exakt auf der Mitte deines Bildfensters liegt, sondern knapp daneben. Dafür spricht vor allem die leichte Rundung des Helligkeitsverlaufs.

Was den hellen Strich angeht, würde ich vermuten, dass der Verschluss irgendwo ein bisschen Streulicht hereinlässt. Möglicherweise könnte dies schon durch Schwärzen der Innenseite der Schiebepappe behoben oder zumindest minimiert werden.

Ich finde diese psychedelische Kirchensilhouette übrigens ganz groß!

Arno Nym hat gesagt…

Der senkrechte Streifen deutet auf Strahlen von Handymasten hin, mit denen ihr wisst schon wer unsere Gedanken versuchen zu kontrollieren.

Anonym hat gesagt…

@Cabuflé:
Der Shutter ist von innen schon mit schwarzem Tape überklebt, aber es ist gut möglich, dass er einfach nicht dicht genug auf der Öffnung aufliegt.
Die Kirche fand ich auch irgendwie schick. So tolle bunte Lichtreflexe kriegt man mit 'ner Linse nach meiner Erfahrung ja gar nicht hin - oder jedenfalls nicht von selbst.