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Freitag, 30. Januar 2009

Was man mit Löchern machen kann

Wenn man eigentlich eine Magisterarbeit schreiben sollte, hat man bekanntlich sehr viel Zeit übrig, die man sinnlos verschwenden muss, damit man sich mit eben dieser Arbeit so wenig wie möglich beschäftigen muss. Zumindest gilt das, solange man sich noch nicht angemeldet hat und die Uni nicht mit Exmatrikulation droht. Diese zur Verfügung stehende Zeit kann man beispielsweise nutzen, indem man aus einer Streichholzschachtel, einem Stück gebogenem Plastik, schwarzem Klebeband und einer Coladose, mithilfe einer Schere und einer Nähnadel eine Kamera baut.
Obwohl ich theoretisch wusste, dass man mit einer Lochkamera - oder Camera Obscura - Photos machen kann, wusste ich doch nicht, dass man sowas so einfach bauen kann und dass man damit einen ganz normalen Kleinbildnegativfilm belichten kann, den man in der Drogerie oder im Photoladen entwickeln lassen kann. Aber jetzt weiß ich's und möchte dieses Wissen hiermit teilen!
Die ersten Photos sind auch gar nicht so schlecht geworden, immerhin sieht man überhaupt was darauf, was ich angesichts der Tatsache, dass ich die Belichtungszeit frei nach Schnauze gewählt habe und auch keine sehr ruhige Hand hatte (bei 10 bis 150 Sekunden ist das nicht ganz zu vernachlässigen), schonmal als Erfolg verbuche. - Gut, die meisten Photos sind ziemlich unterbelichtet und verschwommen.
Die hier sichtbaren roten Flecken kamen daher, dass der Streicholzschachtelkarton nicht lichtdicht genug war


- nachdem ich ihn nochmal mit Tape überklebt hatte, war das behoben. Nur woher der senkrechte Lichtstreifen kommt und warum das Bild am rechten Rand stärker dunkler wird als am linken, habe ich noch nicht rausgefunden. Vielleicht war mein ungefähr 0,3mm großes Loch irgendwie asymmetrisch...

Montag, 24. Dezember 2007

Ni dieu, ni maître, ni Noël

Heute feiern alle Christen die Geburt des Christkindes (außer denen, die die Gregorianische Kalenderreform noch immer nicht anerkennen). Denn schließlich heißt es in Joh. 3, 1-3: "Es begab sich aber am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dezember, im Jahr 7 v.Chr., dass in Bethlehem das Christkind geboren ward. Doch der Herr bewirkte in seiner unermesslichen Gnade, dass durch ein Wunder der Hymen der Heiligen Jungfrau Maria beim Geburtsvorgang unversehrt blieb. Die Engelein auf dem Dache schmetterten zu Fanfarenklängen 'Last Christmas' von 'Wham!'."

Für alle, die lieber eine Tasse im Schrank als einen Engel auf dem Dach haben, gibt es heute aber auch noch anderes zu feiern. Zum Beispiel besteht eine Chance von vier zu 1461, dass es ein 24. Dezember war, an dem Lucretia von einem Sohn des letzten römischen Königs vergewaltigt wurde und sich daraufhin des Leben nahm; laut Überlieferung der Auslöser für den Sturz des Königtums und die Errichtung der römischen Republik. Außerdem wurde Lucretias Verhalten sowohl von heidnischen Römern als auch, Jahrhunderte später, von den Christen als vollkommene Verkörperung der Tugend der Keuschheit gepriesen. Naja. Hätte sie mal lieber den Vergewaltiger umgebracht. Mein Lieblingsbild zu diesem Thema stammt von Il Sodoma (1513). Hätte Lucretia gewusst, dass sie zweitausend Jahre später SO gemalt werden würde, hätte sie es sich vielleicht nochmal anders überlegt:
Viel lieber mag ich da eine andere Geschichte, die ebenfalls mit einer Wahrscheinlichkeit von vier zu 1461 an einem 24. Dezember stattgefunden hat: Beim Diskuswerfen, der antiken Variante von Frisbee, wobei allerdings mit Tonscheiben operiert wurde, da es ja noch kein Plastik gab - beim Diskuswerfen also verursachte kein Geringerer als Apollon den tragischsten Sportunfall aller Zeiten. Um seinen jungen Favoriten, den wunderschönen Hyazinth, zu beeindrucken, schleuderte er den Diskus mit aller Kraft. Hyazinth, nicht minder bestrebt, Eindruck auf seinen göttlichen Liebhaber zu machen, rannte so schnell er konnte, um die Scheibe zu fangen. Allerdings erwischte eher der Diskus den Jungen als umgekehrt, und Hyacinth war dahin. Der arme Apollon konnte nichts mehr tun, als, bittere Tränen weinend, aus dem Blut des Jünglings eine Blume, die Hyazinthe, wachsen zu lassen.
Kann man sich eine anrührendere Geschichte vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Jean Broc ebenfalls nicht, wie sein wunderbares Ölgemälde von 1801 beweist (welches das Geschehen freilich nicht im Dezember, sondern in eher sommerlicher Umgebung verortet):

Freitag, 24. August 2007

Manchmal brauche ich diese Zeile nicht

Momentan ist hier im Blog nicht so viel los, aber schließlich haben auch Spitzbouben mal Sommerferien verdient, und in Australien, wo bou gerade verweilt, ist ja jetzt Weihnachten. Allerding möchte ich allen kommunistischen Freunden des japano-italienischen Arbeiterhelden Super Mario folgenden schönen Link nicht vorenthalten, obwohl gewisse eher ästhetizistisch gesonnene Teile des Autorenkollektivs (be) das gar nicht so toll fanden. Ich aber schon.

Montag, 23. Juli 2007

Die Schönheit der organischen Natur

Boärgs. Also langsam sollte ich mir Gedanken machen, ob meine Haushaltsführungsunfähigkeit nicht bedenkliche Ausmaße annimmt... - Aber stand der Grünkern da wirklich schon so lange?

Montag, 21. Mai 2007

Intime Photos

Tja, mir fällt ja zur Zeit auch nicht wirklich was ein, aber wofür hat man denn ein Blog, wenn nicht, um ein wenig seine exhibitionistischen Bedürfnisse auszuleben. Deswegen hier zwei sehr intime Photos von mir, künstlerisch natürlich hoch wertvoll:

Dienstag, 1. Mai 2007

Unsere neue Lieblingsserie

"The Simpsons" ist längst eine Brutstätte des Neokonservatismus, und "South Park" die Lieblingssendung der saturierten linksliberalen Bourgeoisie. Echte Revolutionäre sind sich einig: Ihr Lieblingscartoon heißt "Drawn Together".

Diese Zeichentrickserie kann man nicht beschreiben, man muss sie gesehen haben. Zartbesaitete und "kultivierte" Gemüter werden evtl. eine Weile brauchen, um ihre Hemmungen zu überwinden und sich an den speziellen, wilden und verwegenen Geist zu gewöhnen, der einem hier um die Ohren weht. Wir vom spitzboubenblog dagegen haben längst verstanden, dass dieser (in den USA von Comedy Central mittlerweile abgesetzten) Serie die Zukunft gehört. Sogar die deutsche Synchronisation ist ziemlich gut! Obwohl der zum Teil wortspiellastige Humor sich natürlich nicht verlustfrei übersetzen lässt. Hierzulande läuft die Sendung auf MTV, schaut mal rein, niemand weiß, wie lange dort die bisherigen Folgen noch in der Endlosschleife wiederholt werden! Schon nächsten Monat kann alles vorbei sein! Übrigens haben einige unterbeschäftigte Freaks, die offensichtlich rein gar nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen, so ziemlich die gesamte Serie in eine Unzahl von Wikipedia-Artikeln verstoffwechselt.

Samstag, 21. April 2007

Überlandleitungskunst

Hier ein schönes Video für euch (falls es funktioniert), gefilmt auf einer Zugfahrt von Hamburg nach Berlin - Deutschland ist ja so idyllisch!