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Freitag, 30. Januar 2009

Was man mit Löchern machen kann

Wenn man eigentlich eine Magisterarbeit schreiben sollte, hat man bekanntlich sehr viel Zeit übrig, die man sinnlos verschwenden muss, damit man sich mit eben dieser Arbeit so wenig wie möglich beschäftigen muss. Zumindest gilt das, solange man sich noch nicht angemeldet hat und die Uni nicht mit Exmatrikulation droht. Diese zur Verfügung stehende Zeit kann man beispielsweise nutzen, indem man aus einer Streichholzschachtel, einem Stück gebogenem Plastik, schwarzem Klebeband und einer Coladose, mithilfe einer Schere und einer Nähnadel eine Kamera baut.
Obwohl ich theoretisch wusste, dass man mit einer Lochkamera - oder Camera Obscura - Photos machen kann, wusste ich doch nicht, dass man sowas so einfach bauen kann und dass man damit einen ganz normalen Kleinbildnegativfilm belichten kann, den man in der Drogerie oder im Photoladen entwickeln lassen kann. Aber jetzt weiß ich's und möchte dieses Wissen hiermit teilen!
Die ersten Photos sind auch gar nicht so schlecht geworden, immerhin sieht man überhaupt was darauf, was ich angesichts der Tatsache, dass ich die Belichtungszeit frei nach Schnauze gewählt habe und auch keine sehr ruhige Hand hatte (bei 10 bis 150 Sekunden ist das nicht ganz zu vernachlässigen), schonmal als Erfolg verbuche. - Gut, die meisten Photos sind ziemlich unterbelichtet und verschwommen.
Die hier sichtbaren roten Flecken kamen daher, dass der Streicholzschachtelkarton nicht lichtdicht genug war


- nachdem ich ihn nochmal mit Tape überklebt hatte, war das behoben. Nur woher der senkrechte Lichtstreifen kommt und warum das Bild am rechten Rand stärker dunkler wird als am linken, habe ich noch nicht rausgefunden. Vielleicht war mein ungefähr 0,3mm großes Loch irgendwie asymmetrisch...

Mittwoch, 30. April 2008

Kommunistische Umwälzung in Berlin geht in eine neue Phase

Bereits am Vortag des revolutionären 1. Mai versammelte sich ein radikaler Mob, um die Einweihung der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin mit einer gewaltsamen Demonstration zu feiern. Es kam zu bürgerkriegsähnlichen Szenen, zahlreiche Polizisten wurden von umherfliegenden taz-Anstecknadeln verletzt...

...als der Redner auf dem dunkelroten Lautsprecherwagen ins Mikrofon brüllte: "Wir haben jetzt eine Rudi-Dutschke-Straße! Aber EINE Rudi-Dutschke-Straße reicht uns nicht!! Wir wollen mehr! Wir fordern alles! Überall auf der Welt muss es Rudi-Dutschke-Straßen geben!! Der Kampf geht weiter!! Für ein Recht auf Rudi-Dutschke-Straßen überall!!"

Diese und ähnlich umstürzlerische Slogans skandierte eine fanatisierte Masse von Endvierzigern begeistert mit und begann, ekstatisch im Rhythmus der fremdartigen Klänge zu wackeln und zu schwabbeln, die die militante HipHop-Band auf dem Wagen erzeugte. Bordeauxrote Halstücher flatterten bedrohlich in der aufgeheizten Atmosphäre, Handtaschen hüpften auf den üppigen Hüften der modisch bebrillten Frauen, und jetzt gab es kein Halten mehr. Die engagierten Autonomen in unbescholtener-Bürger-Verkleidung rannten mit Papier und Filzstiften bewaffnet in alle Richtungen, und überklebten sämtliche Straßenschilder im Umkreis von einigen Kilometern.

Die actimelgestärkte Polizei war mit ihren Schlagstöcken völlig hilflos angesichts der Entschlossenheit und Aggressivität der Randalierer. Insgesamt wurde ein Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Millionen Euro angerichtet. Es wird wohl mehrere Wochen dauern, bis alle Straßenschilder wieder korrigiert sind - freiwillige Helfer sollen sich beim Amt für öffentliche Ordnung in der Rudi-Dutschke-Str. 36 melden. Ob es militanten Dutschkisten in der kommenden Walpurgisnacht gelingen wird, Reichstag oder Kanzleramt zu besetzen, oder doch wenigstens Zahnpasta auf die Türklinken zu schmieren, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Wir begrüßen ausdrücklich...

... diese Initiative für mehr Ehrlichkeit im Bäckereigewerbe des "Wiener Feinbäckers". Konsequenterweise sollte er sich dann aber vielleicht auch in "Berliner Pappbäcker" umbenennen und seinen "Kaffee" in Plörre. Dann wäre ich sehr zufrieden und würde auch sehr gerne regelmäßig "Einmal Fettgebäck mit Plörre bitte" kaufen. Echt.

Montag, 26. November 2007

Heute keine Sätze, akute Grammatophobie

Heute nur kurz: Neuer Webcartoon entdeckt, siehe unten Liste. Hier Kostprobe:

Montag, 19. November 2007

Amoklauf!

Durch diesen Blogeintrag (auf den mich ein Freund aufmerksam machte) bin ich wieder auf eine Band gestoßen, die ich vor ungefähr fünf Jahren mal auf einem kleinen Festival in meiner süddeutschen Heimat hörte: MONO FÜR ALLE. Das hinterließ einen bleibenden Eindruck: Ein schlaksiger Berseker hinter einer Art Stehpult stehend, in ein weißes Gewand gehüllt, zwischen Jesus-Hemd und Irrenanstalt, zottelige, veschwitzte Haare, brüllte sich mit seiner zarten, hohen Fistelstimme die Seele aus dem Leib - und das auch noch mit so schön-bizarren Texten ("Honecker, bitte, komm zurück, ich brauch keine Bananen!") - siehe unten. Damals kaufte ich ihre selbstgebastelte CD, die aber leider einen Kratzer hatte und deswegen nicht funktionierte. Aber, natürlich, bei YouTube gibt es all die tollen Lieder ja auch. Nur für euch, weil es so schön ist:





Man möge in dem verlinkten Blogeintrag gerne lesen, wie absurd sich der deutsche /bayrische Staatsschutz mal wieder aufführt, von wegen "extrem konspiratives Vorgehen". - Ich finde, unser Blog ist auch "extrem konspirativ", weil im Grunde niemand weiß, wer sich hinter be, bou und spit_Z eigentlich so richtig in Wirklichkeit verbirgt. In diesem Sinne rufen wir alle zum Amoklauf auf und dazu, "Mono für Alle" im Geiste beizustehen.

Montag, 12. November 2007

Unkritische Jubelarie auf haltlosen Konsum von überflüssigen Produkten

Die ZIA (Zentrale Intelligenz Agentur), die wir alle verehren und lieben, hat ein neues Spielzeug hervorgebracht. Nachdem wir ihr schon die Riesenmaschine, die Lesemaschine, Bachmannpreisunterwanderungen und -börsenspekulationen, Unwissensbücher sowie allerhand anderen Unsinn verdanken (ich glaube auch, das großartige, superschlaue Supatopcheckerbunny und das dazugehörige ein bisschen weniger schlaue Hilfscheckerbunny sind irgendwie auf deren Mist gewachsen oder zumindest desselben Geistes Kind, wie man so oder so ähnlich sagt...)... ähm... Jedenfalls, die ZIA, die wir alle verehren und lieben, hat also wiedermal die Welt bereichert. Und zwar diesmal mit einem ganz und gar dem heutigen individuell-konsumistischen Selbstverständnis der urbanen Bohème (die haben sie auch erfunden, hieß dann digitale Bohème und war irgendwas mit Arbeit...) entsprechenden Dingens: dem SHOPOSKOP - ein Persönlichkeitstypentest, der die idealen Konsumprodukte für den jeweiligen willigen Popkultursklaven herausfindet und sofort zum Internet-Kauf anbietet.

Super, das. Haben wir alle drauf gewartet. Die Welt krankt ja eigentlich nur daran, dass die tollen bunten Produkte, die der erfindungsreiche Kapitalismus so hervorbringt, nicht individuell genug zugeschnitten sind (genau das meinten ja auch schon Adorno und Horkheimer, als sie in der Dialektik der Aufklärung schrieben: "Für alle ist etwas vorgesehen, damit keiner ausweichen kann, die Unterschiede werden eingeschliffen und propagiert. [...] Der Schematismus des Verfahrens zeigt sich daran, daß schließlich die mechanisch differenzierten Erzeugnisse als allemal das Gleiche sich erweisen." (DdA, S. 131)) und man außerdem in all dem Produktgewirr und Konsumchaos sich gar nicht zurechtfindet. Also DANKE, liebe ZIA, die wir dich alle verehren und lieben, ich denke, wir alle sind uns einig, das dies der finale Schritt zur Weltverbesserung war! Eine Konsumententypisierung, der sich endlich auch alle alternativen urbanen Media-Bohème-Linken uneingeschränkt und ohne Zögern enthusiastisch hingeben werden, und die somit endlich und endgültig die (westliche, poplinke, urbane) Menschheit unter dem Banner der Kulturindustrie vereinigt!
Jetzt kann man also mit nur ein paar kleinen lustigen Reglern und Ankreuzfeldern feststellen, was für jemand man ist - in Bezug auf zu erwerbende Gegenstände; etwa: fasst man lieber an oder betrachtet man lieber? - und schon bekommt man lauter tolle Gegenstände zum Kauf angezeigt, die man sofort haben will, weil sie genau perfekt ideal passen, also genau DAS, was man SCHON IMMER haben wollte, von dem man aber bisher noch nicht wusste, was es ist; das Produkt, das quasi wie die fehlende zweite Hälfte ist, die einen komplett macht; das ideale Spielzeug, das ewiges Glück verheißt und so - Nun ja, so stellt man sich das jedenfalls vor, als leidenschaftlicher Anhänger, aber ganz so ist es leider doch nicht. Denn irgendwie ist es ein gewisser, nicht zu übersehender Mangel, dass die Produkte, die einem nachher angedreht werden, genau dieselben langweiligen Produkte sind, die es überall gibt und die man eh schon kennt und die kein bisschen originell und persönlich sind.

Vielleicht hätte die ZIA die Produkte gleich mitentwickeln sollen, anstatt einfach die bei Shopping.com (der Kooperationspartner, für dessen Webseite die famose Apparatur entwickelt wurde) vorhandenen zu nehmen...

Vielleicht liegt dieser Eindruck, den ich gewonnen habe, aber auch nur daran, dass ich bisher bei meinen Typisierungsversuchen immer irgendein "Kitschkopf" war und dementsprechenden Tand angedient bekam, wie Kaschmirschals und Single-Kaffee-Sets und Granatarmbänder... bestimmt nur, weil ich Sport nicht mag (und also Kunst wählen musste) und nichts "mit Tieren" machen wollte... wahrscheinlich liegt es also nur daran, dass ich mich dem Testungsmechanismus noch nicht genügend angepasst habe um ihn optimal zu benutzen.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Können Blumenbilder lügen?

Ach ja, mal wieder fängt ein neues Semester an, und ein Blick in die Vorlesungsverzeichnisse beweist erneut, dass eh alles zu spät ist.
Sowas wie politische Theorie ist ja in Politikwissenschaft schon lange out und wird eigentlich kaum noch gemacht (3! Hauptseminare). Dafür gibt es Veranstaltungen mit klingenden Namen wie: "Vergleichende Policy Analyse: Agenda Setting und Policy Framing", wo es um Politik aus so einer Art betriebswirtschaftlichen Perspektive geht, nehme ich an. Jedenfalls gehört jeder, der sowas freiwillig besucht, sofort auf die schwarze (naja, die Farbe ist eigentlich egal) Liste für nach der Revolution gesetzt.

Bei den Kulturwissenschaftlern ist eh schon Hopfen und Malz verloren ("Können Blumenbilder lügen?", "Geschlecht als Wissenskategorie"), da ist es ja nur recht, wenn jetzt unser insgeheimer Lieblingsfeind (ausgelöst durch diesen Artikel hier) Cord Riechelmann dort als Gastdozent auftritt ("Von Aristoteles’ Nachtigallen zum Ritornell", aber was sag ich...). - Bemerkenswert dabei, dass die Seite des Instituts für Ästhetik so hässlich ist...

Allerdings gibt es da auch ein Seminar mit dem Titel "Libertinismus im 18. Jahrhundert", das ich mir vermutlich nicht entgehen lassen werde. Schließlich will ich was für's Leben lernen!
In diesem Zusammenhang möchte ich noch eine kleine Empfehlung abgeben, für einen zwar schon 7 Jahre alten, dafür aber nicht sehr bekannten französischen Film: Le Libertin (dt. Titel: "Liebeslust und Freiheit") von Gabriel Aghion (der bestimmt viel besser ist als der gleichnamige mit Johnny Depp aus dem Jahr 2004). Hauptfigur ist Denis Diderot (Vincent Perez), der nackt auf dem Gut von Baron d'Holbach rumhüpft und sich einen Scheiß um Anstand und Konvention schert, solange es um sein eigenes Sexualleben geht, aber ganz neue Aspekte entdeckt, als seine adoleszente Tochter mit der Idee spielt, es ihm gleichzutun. Nebenbei wird im Keller unter der Kapelle heimlich der nächste Band der verbotenen Enzyclopädie gedruckt, was aber der vorbeischauende Kardinal selbstverständlich nicht merken darf.
(Interessant ist auch, dass es Bilder aus dem Film mit dem nackten Diderot nur auf einer russischen Kinoseite gibt... allerdings leider zu klein um sie zu verwenden...)

Und passend zum Thema noch ein Zitat der Woche, dann wäre ja erstmal das Gröbste an Versäumnissen der letzten Wochen aufgeholt...
"Wir müssen die Freiheit als seelischen Wert erst wieder begreifen und gewinnen lernen. ... Freiheit ist nicht Zügellosigkeit, Liberalismus nicht Libertinismus!"
Prof. Dr. Theodor Heuss, 1946

Sonntag, 26. August 2007

Oh, jetzt hab ich die Überschrift vergessen -na, hat wahrscheinlich eh keiner gemerkt.

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Ein Menschheitstraum geht in Erfüllung! Nie wieder das Bett verlassen müssen. Nie wieder aufstehen, nie wieder bewegen, einfach liegenbleiben. Für immer.

Sowas ähnliches müssen sich die Leute in der Werbeagentur wohl gedacht haben.

Andererseits: SOWAS denken Leute in Werbeagenturen nicht. Leute in Werbeagenturen denken:
Das moderne Individuum will seine Finanzen immer und überall im Griff haben, ganz besonders im Bett. Da will es seine Rechnungen zahlen, weil das durchkapitalisierte Individuum das braucht um sich als Mensch zu fühlen, besonders im Bett. Schon morgens vor dem Aufstehen will es wissen, was das Bankkonto sagt, und abends, bevor es das Licht ausknipst, über den Kontostand meditieren. Das Bankkonto ist sein Intimstes, mit dem es das Bett teilt.
Wenn das moderne Individuum das nicht kann, dann fühlt es sich einsam.

Oder weiß der Geier, was Leute in Werbeagenturen so denken, wahrscheinlich irgendwas anderes, wie zum Beispiel: "Klingt gut, irgendwie gemütlich, denkt ja eh keiner so genau drüber nach.", oder gar nichts, oder: "Wann ist endlich Mittagspause."

- aber ich fürchte, ICH kann nicht verbergen, dass ich soeben das neue Buch von Sibylle Berg - "Die Fahrt" - gelesen habe, das merkt man nämlich an dem Geschreibsel hier - ich jedenfalls merke das. Ich hoffe, der Leser sieht mir das nach, ich bin eben auch nur ein Mensch, leicht zu beeindrucken und formbar wie ein Stück weiche Knete. Blaue Knete. Wäre ich dann gerne, bitte. Danke.

Freitag, 17. August 2007

Fucking great stuff!

Übrigens habe ich heute einen ABSOLUT GROßARTIGEN Film gesehen, den ich unseren Lesern hiermit ans Herz legen möchte:

Ex Drummer von Koen Mortier, die Verfimung eines gleichnamigen Romans von Hermann Brusselmans - der einmal, so die Anekdote, die der Regisseur heute erzählte, im belgischen Fernsehen geladen war, um ein EM-Fußballspiel der Belgischen Nationalmannschaft zu kommentieren und dann auf die Frage, wie er das Spiel gefunden habe, so was ähnliches sagte, wie (dabei auf die Frau neben sich deutend): "Keine Ahnung, ich hab nicht zugeschaut, ich hab die ganze Zeit mit ihr rumgemacht."
Das soll als Einblick reichen, der Film jedenfalls: brutal, derb, sehr unkorrekt, dreckig, hässlich, dabei intelligent und an allen Klischees vorbei, sehr lustig und vor allem sehr sehr gut inszeniert! Einer der beeindruckendsten Filme, die ich je gesehen habe, echt wahr! Wollte ich nur mal gesagt haben, vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen von unseren schlecht gelaunten Lesern.

Mittwoch, 8. August 2007

Bloggen und Blockaden

Ich glänze ja auf diesem Blog vornehmlich durch Abwesenheit, seit eine anhaltende Schreibblockade mich gefangen hält. Was wäre also angebrachter, als ein (zaghaftes) Comeback zu feiern, indem ich auf ein Blog hinweise, dessen Autorin ebenfalls hinter den eigenen Ansprüchen zurückbleiben dürfte.


Oder ist ihr Schweigen doch am Ende eloquent, wie man so eloquent sagt? Oder kommt da noch was? Nimmt da ein Genie einen Anlauf zu einem genialen Spruch? Bekommen wir ein Schwesterblog oder, um die Hierarchien richtig zu stellen, eine kanadische Juniorkorrespondentin, der wir einen Platz innerhalb des Spitzboubenprojekts zuweisen könnten? Oder ist Google ironisch, wenn es das Blog anzeigt, wenn man nach "aptly named" sucht? Ich empfehle genaueste Beobachtung!

Montag, 2. Juli 2007

Captain Gysi vs. Captain Zins - Kampf der Systeme

Auf meiner immerwährenden Suche nach Möglichkeiten, sinnlos Zeit zu verschwenden - eine Mission, die praktischerweise schon im Vollzug automatisch zum Erfolg führt - bin ich neulich auf das einst beliebte Genre der Werbeadventures gestoßen. Das Tolle an Werbung ist ja, dass sie für die Öffentlichkeit umsonst ist, da sie von den dummen Käuferinnen und Käufern der beworbenen Produkte und den sonstigen bescheuerten Kunden der werbenden Unternehmen bezahlt wird. Wenn ihr also demnächst jemanden seht, der z. B. Axe kauft, dann haut ihm eins in die Fresse (Tipp: kräftig!), damit er damit aufhört und uns irgendwann diese üblen, ultrareaktionären Werbekampagnen (aktuell: "Boom Chicka Wah Wah", was übersetzt eigentlich nur "Ich glaub ich muss kotzen" bedeuten kann) mit der Zielgruppe "sexistisches Egoproll-Arschloch mit ernsthaftem Psychoschaden" erpart bleiben. Aber eigentlich wollte ich was ganz anderes erzählen, nämlich über Werbeadventures. Unter diesen gibt es überaus interessante und lustige Titel. Meine persönlichen Favoriten, jedenfalls was großartige Namen angeht, sind eindeutig "Captain Zins" (Dresdener Bank), "Captain Safety" (diverse Versicherungen) sowie "Captain Gysi und das Raumschiff Bonn" (PDS). Ich habe bislang keine Zeit gefunden, selbst diese Perlen der Programmierkunst zu testen. Falls ihr, liebe Leserinnen und Leser, Lust dazu habt, schickt uns doch einfach eure Rezensionen zu diesen oder anderen Werbespielen, wir werden sie dann hier veröffentlichen (falls es uns beliebt). Es gibt natürlich auch einen Preis: ewigen Ruhm. Der Adventure-Treff führt eine umfangreiche Liste von tollen bis tollsten Werbespielen, dort findet ihr auch die genannten Titel.

Dienstag, 1. Mai 2007

Unsere neue Lieblingsserie

"The Simpsons" ist längst eine Brutstätte des Neokonservatismus, und "South Park" die Lieblingssendung der saturierten linksliberalen Bourgeoisie. Echte Revolutionäre sind sich einig: Ihr Lieblingscartoon heißt "Drawn Together".

Diese Zeichentrickserie kann man nicht beschreiben, man muss sie gesehen haben. Zartbesaitete und "kultivierte" Gemüter werden evtl. eine Weile brauchen, um ihre Hemmungen zu überwinden und sich an den speziellen, wilden und verwegenen Geist zu gewöhnen, der einem hier um die Ohren weht. Wir vom spitzboubenblog dagegen haben längst verstanden, dass dieser (in den USA von Comedy Central mittlerweile abgesetzten) Serie die Zukunft gehört. Sogar die deutsche Synchronisation ist ziemlich gut! Obwohl der zum Teil wortspiellastige Humor sich natürlich nicht verlustfrei übersetzen lässt. Hierzulande läuft die Sendung auf MTV, schaut mal rein, niemand weiß, wie lange dort die bisherigen Folgen noch in der Endlosschleife wiederholt werden! Schon nächsten Monat kann alles vorbei sein! Übrigens haben einige unterbeschäftigte Freaks, die offensichtlich rein gar nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen, so ziemlich die gesamte Serie in eine Unzahl von Wikipedia-Artikeln verstoffwechselt.

Sonntag, 29. April 2007

Empfehlung des Hauses

Wenn man schon so'n dolles Blog hat, kann man das ja auch mal nutzen, um persönliche Empfehlungen in die Welt zu verbreiten (also genauer gesagt, an die geschätzten 3 Leser dieses Blog, die aber eine solche Empfehlung auf jeden Fall verdient haben).
Ich möchte jetzt mal Werbung für dieses Produkt hier machen:

Das im Vordergrund zu sehende "Jungsheft" existiert in der vierten Ausgabe (die ersten zwei sind allerdings unter anderen Namen erschienen, "Lecker" und "Glück", die dann jeweils aufgrund von Copyright-Problemen geändert werden mussten - im Fall von "Lecker" gab es eine Kochzeitschrift gleichen Namens.) Es wird von zwei Rock-Girls fabriziert und bietet Porno für Mädchen - ein durch und durch sympathischer Anspruch.
Jedenfalls darin zu sehen sind (nette) Jungs von nebenan, nackig und mit Erektion. Das ist ganz spaßig anzusehen. Die Texte dazu kann man sich allerdings weitgehend sparen - obwohl, diesmal gibt's eine Huldigung an Jarvis Cocker, das ist ein würdiges Thema.
Jetzt neu gibt's das ganze auch in umgekehrt, also nackte Mädels für Jungs. Allerdings sind die Girls nicht ganz so freizügig photographiert wie die Jungs im Jungsheft (keine Erektionen).
Aber das beste ist ja: jeder kann zur Verbesserung der Hefte beitragen, indem er sich selbst als Model bewirbt! Das werd ich dann demnächst auch mal machen (das war jetzt der Eigenwerbungsteil).