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Freitag, 12. Oktober 2007

Hässlicher Wohnen

Manchmal ist die Hässlichkeit der Stadt schon schockierend. Vor allem die neu gemachte Hässlichkeit, weniger die alte und verfallende Hässlichkeit. Die ist ja meistens gar nicht so hässlich, weil Hässlichkeit mit dem Verfall schön wird. (So meine These jetzt mal.)
Dieses Haus zum Beispiel ist vielleicht nicht besonders schön, das wollte ich nicht behaupten, aber irgendeinen Charme hat es doch noch.














Vor allem, wenn man es mit diesem bald fertiggestellten Exemplar an der Ecke gegenüber vergleicht. Hier wollte man wohl etwas ästhetisch besonders wertvolles produzieren, aber herausgekommen ist (das ist schon vor Fertigstellung überdeutlich zu sehen) Augenkrebs, ein ästhetisches Verbrechen, eine Geschmacklosigkeit sondergleichen, eine Frechheit! Ein Haus in den Lieblingsfarben einer alternden Friedensaktivistin mit Doppelnamen, so sieht das aus. Pädagogisch wertvoll, für eine fröhlichere und "lebendige" Stadt. Genau so.














Eine Geschmacksverirrung, die um sich greift, wie ich feststellen muss, wenn ich mich so umsehe...

Ich bin dagegen! Ich will graue, trostlose, heruntergekommene, verfallende, bröckelnde, öde, langweilige Häuser und keine Belästigung durch bunte Gebäude schon am frühen Morgen, oder zu jeder anderen Tageszeit! BUNT, das ist einfach nicht richtig für ein Haus!

Samstag, 24. März 2007

Koteletten. Betrachtungen über eine Form der Selbsterniedrigung der menschlichen Spezies (bzw. ihres männlichen Teils)

Koteletten - hässlicher Auswuchs eines reaktionären Männlichkeitswahns oder abstoßendes Teufelswerk, das mit gesetzlichen Maßnahmen unterdrückt werden muss? Es ist schwierig, in dieser Frage eindeutig Stellung zu beziehen. Fest steht, dass Koteletten wesentlich dazu dienen, die Öffentlichkeit noch ekliger aussehen zu lassen als ohnehin schon. Der einzige legitime Grund, mit einem Kotelettenträger Sex zu haben, besteht darin, ihm heimlich im Schlaf seine scheiß Koteletten abzurasieren. Alles andere wäre zutiefst unmoralisch und gender-politisch fatal. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung, und eine objektive Tatsache. Wer es trotzdem anders sehen will, kann gerne Unrecht haben. Ganz bewusst verzichte ich auf eine Abbildung von Koteletten, denn dies ist ein seriöser blog, der nicht bloß über Missstände berichtet, damit die Leute sich an widerlichen Bildern von explodierende Passanten, geköpften Geißeln, Promis ohne Unterhosen oder eben Koteletten aufgeilen können.

Freilich gibt es Schlimmeres als Koteletten, etwa Backenbärte. Oder auch Schnauzbärte. Oder überhaupt Günter Grass, dessen Schnauzbärtigkeit ein tief verankerter CHARAKTERZUG ist, den keine Rasur der Welt beseitigen könnte. Abgesehen von der sogenannten Kopf-ab-Rasur, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Rätselhaft bleibt, warum nicht einfach alle Leute T-Shirts tragen, auf denen steht: "Ich bin ein doofer Arsch und will auch so aussehen" - dann wäre das ein für allemal geritzt, man könnte sich dran gewöhnen und müsste nicht jede Saison an neuem Unfug verzweifeln.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Dies ist kein Test!

In letzter Zeit gab es hier im Blog einen eklatanten Mangel an bunten Bildern und ausufernder Farbigkeit. Graue Ernsthaftigkeit und lange trockene Texte dominierten das Blog auf den ersten
Blick.

Dies hat zu einer Beeinträchtigung der gesamten Stimmung geführt, so dass Trübsal und Trägheit herrschten, die auch auf Sie, liebe Leser, und Ihre Kommentierungsfreudigkeit ausgestrahlt haben...
Ursache war das Überhandnehmen gewisser intellektueller Strömungen (ich möchte keinen Namen nennen, ich sage nur soviel: be, spit_z, bou...). Den drögen Philosophiediskursen möchte ich in diesem Post etwas

entgegensetzen, indem ich durch exzessive Farbigkeit einen Ausgleich schaffe.
Außerdem habe ich noch eine wichtige Mitteilung zu machen, eine großartige Neuigkeit zu verbreiten:
Eine
repräsentative Studie
von amerikanischen und israelischen Wissenschaftlern hat erwiesen, dass Menschen, die Obstaufkleber sammeln, im Schnitt deutlich intelligenter, gesünder und sozial erfolgreicher sind, als Menschen, die Briefmarken, Schallplatten oder gar nichts sammeln (vgl. The Science Review, No. 33/07, p. 205ff). - Ha, das hatte ich geahnt!

So. Und jetzt gibt es noch einen besonders fröhlichen Obstaufkleber für euch:













Liebe Leser, was Sie jetzt wahrscheinlich nicht gemerkt haben, ist, dass ich soeben einen Test mit ihnen gemacht habe. Die Hypothese, die ich getestet habe, lautet:
Es ist von enormer Bedeutung für ein Blog, wie es gestaltet ist. Schriftarten, Farbgestaltung und Proportionierung der einzelnen Seitenelemente entscheiden darüber, ob der Leser das Blog ansprechend findet, und ob er den Inhalt als seriös einstuft.

Dass sie von dem Test eben nichts ahnten ist entscheidend für die wissenschaftliche Validität und Reliabilität des Experiments (das nennt man terminologisch korrekt einen Doppelblindversuch mit Zufallsgruppen)

Den vorangehenden Text empfanden Sie wahrscheinlich als ziemlich blöde und unernsthaft, inhaltlich wenig überzeugend und unglaubwürdig, und stilistisch nicht besonders gelungen. Und außerdem wechselte die Anrede zwischen „Sie“ und „du“.
Dieser Eindruck lag, so meine nunmehr bestätigte Hypothese, daran, dass der Text äußerst geschmacklos, ja geradezu abstoßend, gestaltet war.

Damit sie in Zukunft die großartige Stilsicherheit und ästhetische Wohlgeformtheit des Spitzboubenblogs noch mehr schätzen können, hier noch ein paar Beispiele für äußerst misslungene, ja grausame und ekelerregende Gestaltung auf Internetseiten:

Schlecht
Schlechter
Auch nicht gut
... wird fortgesetzt...
Jetzt hat Bou mir noch ein wundervolles Beispiel geliefert. Genau das meinte ich mit schlechtem Design.